Familie, Kindergartenkind

Die Aha’s und Ohhh’s der Anderen

Es ist Schlafenszeit. Meine Tochter liegt um 18:30 Bettfertig im Bett. Die Haare gekämmt, die Zähne geputzt, wartet sie auf mich – und ihre Milch.  Wie bitte??? Ihre Milch?  Jaaa, auf mich und ihre Milch- aus der Flasche.

Der Mund meines Gegenübers ist einen Spalt weit offen geblieben, die Augen etwas größer. „Aha…“ entfährt es dem Gegenüber.

Nun bin wohl ich dran was zu sagen, muss mich erklären, oder will ich es sogar?   Vielleicht habe ich einfach keine Lust mehr auf die Aha’s und Ohhh’s in dieser Welt. In meiner Welt.  Also fange ich an:

Meine Tochter ist drei Jahre alt geworden. Mit 26 Monaten hatte sie keinen Schnuller mehr. Ihr Großes Geschäft verrichtete sie kurz nach ihrem ersten Geburtstag ins Töpfchen (kaum zu glauben, aber wahr). Mit 2,5 Jahren trug sie tagsüber keine Windeln mehr, und schläft seit sie drei ist auch nachts ohne. Sie macht schon ewig keinen Mittagsschlaf mehr… Irgendwie ist diese Milch das Einzige, das ihr aus der „Babyzeit“ geblieben ist.

Manche Kinder haben noch ihren Schnuller, tragen Windeln bis sie vier sind, brauchen ihr geliebtes Schmusetuch zum Einschlafen. Wieder Andere müssen geschaukelt, geruckelt oder gestreichelt werden. Ganz Anderen müssen Mama und Papa im Kanon 15 Mal das gleiche Lied vorsingen, damit die Kleinen einschlafen.

 

Neulich überflog ich einen Bericht, der sich mit der Frage beschäftigte, wie Kinder denn eigentlich am Besten und schnellsten alleine lernen einzuschlafen. Der Autor oder Autorin kam zu dem Ergebnis, das man schon Säuglinge im wachen Zustand ins Bettchen legen sollte, damit sie es von Geburt an lernen allein zu schlafen. Dann würden solche Bedürfnisse oder besser gesagt, Angewohnheiten wie Vorsingen, Kuscheln oder mit drei aus der Flasche trinken erst garnicht entstehen.

Nun, dann freue ich mich sehr darüber diesen gravierenden Fehler gemacht zu haben, meine Kinder immer und überall herumgetragen zu haben, auf meiner Brust oder meinen Armen schlafen zu lassen, um sie dann auch noch mit ins Familienbett zu nehmen.  Noch größere Augen? Noch ein Aha…?  Bitte nicht, denn ich orientiere mich immer an den Bedürfnissen meiner Kinder und kritisiere niemanden, der es anders macht. Die Hauptsache ist doch, dass wir glückliche, gesunde und ausgelichene Kinder haben und wir als Eltern voll hinter dem stehen, was wir tun.

Und ich bin mir sicher, dass die Flasche auch mal out ist und schneller wegkommt als wir letztendlich gucken können. Also lassen wir doch die Anderen einfach leben, wie sie es möchten.

Jedes Kind wie auch jeder Erwachsene ist verschieden, hat sein eigenes Tempo. Und grade das macht uns doch so einzigartig, oder etwa nicht?

 

 

Erzählt mir von Euren Erfahrungen mit den Aha’s und den Ohhh’s der Anderen.

 

 

Rezept für die Abendmilch aus der Flasche: Man nehme einen Teil Milch zu 2 Teilen Wasser. Bitte vorher erwärmen. Fertig. 😉

 

 

Eure Adriana

 

 

 

2 thoughts on “Die Aha’s und Ohhh’s der Anderen

  1. ha. ich bin eher durch zufall gerade hier bei dir gelandet. und nun muss ich sehr lachen. denn auch hier gibt es genau diese eine milch (lauwarme wasser-milch-mische) zum bzw. vorm einschlafen. meine tochter ist drei jahre alt, wurde gestillt, hat nie die flasche bekommen aber irgendwann hat sich diese eine milch etabliert. zum einschlafen, bevor das letzte buch gelesen wird. und dann geht es ins familienbett. dort liegt dann auch die zweite tochter, 18 Monate, die jedoch bislang immer noch reine muttermilch (ohne flasche) vorzieht… gerade für letzteres schreit quasi durchgängig eine ganze armada um mich herum ganz laut OHH… dabei hatte auch ich nie gedacht jemals so lange stillen zu wollen, aber so ist es nun mal gekommen, bis jetzt… liebste grüße!

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